Mutachten

Zu Beginn meiner Serie über Mutproben möchte ich beschreiben, was Mut ist und warum es so wichtig ist, immer wieder mutig zu sein. Mut wird, gerade auch in den letzten Jahren, an allen Stellen gefordert. Ob es Gründer sind, Führungskräfte, Unternehmen oder einfach nur Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung. Und in der Tat, es gibt wirklich einige Beispiele, an denen man sieht wie sehr uns die Angst umtreibt. In meinen Vorträgen über das Scheitern oder darüber mehr Mut zur eigenen Persönlichkeit zu haben, höre ich häufig von Menschen, dass sie sich mehr Mut wünschen.

Auch im Start-up Bereich sind es immer wieder die Ängste vor dem Scheitern, die Menschen davon abhalten zu gründen.

Definition

Aber was ist denn eigentlich dieser Mut. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Mut ist immer noch ein Bereich der meiner Meinung nach nicht genug erforscht ist. Es gibt zum Beispiel keine allgemein gültige Definition. Es gibt allerdings eine Menge an Studien zu dem Thema. Ein Wissenschaftler namens Christopher Rate hat sich die Mühe gemacht, die verschiedenen Ansätze und Definitionen auf ihren gemeinsamen Nenner hin zu untersuchen und Gemeinsamkeiten zu finden. Dabei hat er vier Charakteristiken von Mut gefunden, bei denen sich die meisten Verfasser (Literatur, Wörterbücher, Psychologen etc.) einig sind.

  1. Es besteht eine Gefahr für das Individuum
  2. Angst ist gegenwärtig
  3. Das Ergebnis der Handlung ist unsicher
  4. Die Person macht diese Handlung im Bewusstsein der drei vorherigen Charakteristiken.

Demnach wäre ein Mensch, der einen anderen Menschen überfällt, mutig. Denn im Moment der Tat ist der Ausgang definitiv unsicher, die Gefahr einer Verletzung gegeben und Angst ist mit Sicherheit auch dabei. All das macht er mit Sicherheit auch bewusst.

Für mich fehlt ein wichtiger Aspekt. Robert Biswas Diener (amerikanischer Psychologe), nennt es moralische Werte, Andreas Dick (schweizer Psychotherapeut) eher Liebe. Die Definition von Robert Biswas Diener kommt meinem Verständnis von Mut am Nächsten. Demnach ist Mut…

…die Bereitschaft in Richtung eines moralischen oder lohnenden Ziels zu handeln, trotz Risiko, Unsicherheit und Angst.

Diese Definition enthält zwei Kriterien, die, wenn wir genau hinschauen, in vielen Bereichen elementar wichtig sind. Zum einen ist es die Bereitschaft zu handeln(Handlungsbereitschaft) und zum anderen ist es der Umgang mit den eigenen Ängsten (Risikokompetenz).

Um es auf den Punkt zu bringen. Wenn man immer mal wieder mutig ist, ein Risiko eingeht oder sich einer unsicheren Situation stellt, trainiert man seine Handlungsbereitschaft und den Umgang mit Ängsten. In den nächsten Blogs kannst du lesen, auf welche Bereiche sich diese Eigenschaften auswirken. Heute geht es erstmal um eine Bestandsaufnahme. Mit dem folgenden Test kannst du rausfinden, wie hoch dein Muthaben ist. Wenn du im Laufe dieses Jahres dann die ein oder andere Mutprobe gemacht hast, kannst du am Ende des Jahres den Test nochmal machen um zu sehen, was sich verändert hat. Ich wünsche dir viel Erfolg und freue mich auf deine Erfahrungen.

Melde dich hier an und du bekommst den Test per Email zugesandt.

 

Quelle

 

Biswas-Diener, Robert. The Courage Quotient: How Science Can Make You Braver. New York: John Wiley & Sons, 2012.