Lieber die Angst zum Freund, als den Mut zum Feind

Die Angst geht um in Europa. Jeden Tag hört man davon. Nicht selten wird gefordert, sich diesen Ängsten zu stellen, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten und sich nicht durch terroristische Akte verunsichern lassen. Doch wie? Wie soll man öffentliche Veranstaltungen besuchen, ohne ein mulmiges Gefühl zu haben.
Sind es nicht eigentlich die alltäglichen Ängste, die es vorrangig zu bekämpfen gilt?
Die Angst davor zu seinen Schwächen zu stehen, die Angst vor Fehlern oder die Angst davor neue Wege zu gehen.
Kinder kennen diese Gefühle sehr gut und dennoch würden sie immer wieder an ihre Grenzen gehen. Zum einen aus Spaß, zum anderen aus Neugier und vor allem, weil sie daran wachsen.
Meiner Meinung nach, ist es nicht schlimm, Ängste vor Terroranschlägen zu haben. Angst ist zwar kein guter Berater aber ein guter Beschützer.
Viel schlimmer ist doch die alltägliche Angst, z.B. davor, aus seiner Komfortzone auszubrechen. Einfach mal wieder vom 3m Brett springen und dieses Gefühl genießen, wovon Kinder oftmals nicht genug bekommen können. Das Adrenalin und vor allem das Gefühl sich überwunden zu haben, lässt ungeahnte Ressourcen frei werden. Wenn wir im Alltag immer mal wieder über unsere Grenzen gehen, werden wir feststellen, dass wir weniger „Ja-Aber!“ sagen und stattdessen „Was nun?“. Hier lernen wir in schwierigen Situationen NICHT wegzurennen. Nicht „kopflos“ zu handeln, sondern klare und sichere Entscheidungen zu treffen. Wir erlernen dadurch nicht nur eine lebenswichtige Risikokompetenz, sondern entwickeln auch eine starke Persönlichkeit. Diese ist wichtig, um den Herausforderungen von Flüchtlingswellen und Interkulturalität mit klaren Gedanken und nicht angstgesteuert zu begegnen. Außerdem ist so auch ein Kulturwandel möglich, den das Land dringend braucht. Wir sollten über unsere eigenen Grenzen „flüchten“, um zu lernen, wie wir mit den alltäglichen Befürchtungen umgehen! Wenn man die Angst als einen guten, einen sehr guten Freund kennenlernt, kann man dieser Angst, wie auch einem besten Freund mal sagen, dass man heute nicht mit ihm spielt. Ein guter Freund versteht das!

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